Media-Mono-Log 009 – Suchbildspiele Daedalic Entertainment 2010 & 2011

In einigen vorherigen Ausgaben des Media-Mono-Logs habe ich ja schon ein paar Suchbildspiele, die mir vor einigen Jahren von Daedalic Entertainment zur Verfügung gestellt wurden, besprochen. Diesmal habe ich gleich vier dieser Spiele getestet und besprochen. Dabei handelt es sich um Veröffentlichungen aus den Jahren 2010 & 2011:

- The Chronicles of Shakespeare: Romeo & Julia
- Das dunkle Erbe
- Der verborgene Kontinent: Die Säule der Maya
- Drachenwächter: Die Prophezeiung

Eins von diesen Spielen ist so verbuggt, das es nicht spielbar ist. Eins dauert wegen seines geringen Schwierigkeitgrades gerade einmal eine Stunde, ein weiteres muss gepatcht werden (wobei sich die Suche nach dem Patch äußert schwierig gestaltet) und eins ist dann doch ganz gut. Welches von den oben genannten Spielen welches davon ist, hört ihr im folgenden Podcast. Viel Spaß beim Lauschen!

Ein Lichtblick: Drachenwächter - Die Prophezeiung

Ein Lichtblick: Drachenwächter – Die Prophezeiung

Bonus:
- Der Patch für “Der verborgene Kontinent: Die Säule der Maya”
- Der Roman “Drachenwächter: Die Prophezeiung” als eBook bei Amazon
(auch als Print erhältlich)

Hier ist der Stream:


Hier der Download:
Media-Mono-Log 009 – Suchbildspiele Daedalic Entertainment 2010 & 2011

Länge: ca. 13:35 Min. / Größe: 12,4 MB

Veröffentlicht unter "Media-Mono-Log"-Podcast | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Media-Mono-Log 008 – James Bond – Leben und Sterben lassen

Nach „Casino Royale“ von 1953 (den ich in einem früheren Media-Mono-Log bereits vorstellte) schrieb Ian Fleming im Folgejahr seinen zweiten James Bond-Roman mit dem Titel “Leben und Sterben lassen”. Der Agent treibt sich dieses Mal in den USA herum und muss Mr Big, einem dunkelhäutigen Gangsterboss, auf die Schliche kommen. Dass er dabei wieder einmal auf eine mysteriöse, wunderschöne Frau trifft, ist da kaum verwunderlich.

"Leben und Sterben lassen" - Das zweite Bond-Abenteuer spielt u.a. auf Jamaika.

“Leben und Sterben lassen” – Das zweite Bond-Abenteuer spielt u.a. auf Jamaika.

Was ich von Bonds zweitem Abenteuer in Romanform halte, warum das Wort “Neger” hier des Öfteren vorkommt und Reaktion langweiliger ist als Aktion, hört ihr in der folgenden Ausgabe des Media-Mono-Logs:

Hier ist der Stream:


Hier der Download:
Media-Mono-Log 008 – James Bond – Leben und Sterben lassen

Länge: ca. 8:30 Min. / Größe: 6,8 MB

„James Bond – Leben und Sterben lassen” bei Amazon.de (Afilliate Link)

Veröffentlicht unter "Media-Mono-Log"-Podcast | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Evangelikale Anzeige in Göttinger Stadtmagazin – Stellungnahme des Verlags

Vor ein paar Tagen habe ich berichtet, dass ich im Göttinger Stadtmagazin „trends & fun“ eine doppelseitige Anzeige für eine evangelikale Gruppe Missionswerk Bruderhand entdeckt und meine Bedenken dazu äußerte, welches Licht dies auf das Magazin und den verantwortlichen Verlag Stein Medien wirft. Diese Anzeige wurde nicht nur in der April-Ausgabe des Stadtmagazins „trends & fun“ abgedruckt, man findet sie ebenfalls auf den Seiten 36 und 37 der Edition April 2013 des Göttinger Gesellschaftsmagazins CHARAKTER, das in demselben Verlag erscheint.

Für die folgenden Zeilen ist es ratsam, sich den betreffenden Blog-Eintrag noch einmal ins Gedächtnis zu rufen. Ich kündigte an, von den Verantwortlichen eine Stellungnahme einzuholen, was ich zunächst per Anruf tat: Ich kontaktierte den zuständigen Redakteur Herrn Ulrich Drees, der mir freundlich und bereitwillig Auskunft gab. Man sei sich redaktionsintern darüber bewusst, dass die Anzeige möglicherweise als problematisch aufgefasst würde, habe sich aber letztendlich aus presserechtlichen und wirtschaftlichen Gründen für eine Veröffentlichung entschieden. Man freue sich aber über meine Rückmeldung, schließlich wolle man wissen, welchen Eindruck das Magazin und seine Inhalte auf die Leser habe. Ich solle ihm eine Email mit dem Link zu meinem Blogartikel schreiben, meine Bitte nach einer Stellungnahme des Verlags zur Veröffentlichung in meinem Blog beinhaltend, wie es mein Wunsch war.
Dies tat ich mit folgendem Wortlaut:

“Sehr geehrter Herr Drees, wie soeben telefonisch besprochen, schicke ich Ihnen anbei den Link zu meinem Blog-Artikel, betreffend die “Bruderhand”-Anzeige in der aktuellen “trends & fun” Ausgabe April 2013. Mittlerweile häufen sich die Abrufe des Artikels, es scheint also – neben den erwähnten gesammelten persönlichen Eindrücken – zunehmend Irritation über das Ganze zu herrschen. Daher würde ich gerne als Ergänzung und Erweiterung des Artikels eine Stellungnahme des Verlags auf meiner Seite veröffentlichen, damit die Leser Ihres Magazins diese Anzeige, die Aufmachung und die impliziten Billigungen der getätigten inhaltlichen Aussagen auch aus Ihrer Perspektive einordnen können. Falls Sie selbst dazu nicht die Zeit haben oder nicht der richtige Ansprechpartner sind, würde ich mich freuen, wenn Sie diese Email und den Link an eventuelle andere Verantwortliche weiterleiten könnten.”

Keine drei Stunden später erhielt ich eine Antwort von Herrn Lutz Stein, dem Leiter des Stein Medien Verlags. Offenbar hatte man mein Anliegen an die höchste verfügbare Stelle weitergeleitet. Er antwortete mir auf meine im Blog-Artikel aufgeworfenen Fragen wie folgt:

Sehr geehrter Herr Vennemann,
als unabhängiges Magazin sind wir zum Abdruck von Anzeigen verpflichtet, sofern diese nicht gegen gute Sitten oder geltendes Recht verstoßen und zudem als Anzeige erkenntlich sind. Persönlich denke ich zu diesem Thema, dass ein wenig Toleranz mit andersdenkenden Minderheiten dem Charakter eher zuträglich ist. Ein größeres moralisches Dilemma sehe ich darin, Anzeigen von Unternehmen abzudrucken, die nachweislich an den exotischsten Produktionsorten ihre Arbeitskräfte wie Sklaven behandeln. Trotz aller moralischen Bedenken – ablehnen kann ich solchen Anzeigen weder aus rechtlichen, noch aus wirtschaftlichen Gründen. Für Ihren sehr informativen Block wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Viele Grüße,
Lutz Stein

Der erneute Verweis auf die rechtliche Verpflichtung, Anzeigen abzudrucken, machte mich neugierig. Am Abend sprach ich mit dem befreundeten Chefredakteur eines Stadtmagazins, bei dem ich einmal ein halbjähriges Praktikum im Rahmen meines Studiums absolvierte. Seine Einschätzung war klar: eine solche Verpflichtung gibt es nicht, oder nur unter bestimmten Voraussetzungen. Nachzulesen ist dies zu dem Thema “Anzeigenaufnahmepflicht” unter anderem hier. Dementsprechend formulierte ich meine Antwort und Bitte um eine Präzisierung der Stellungnahme des Verlagsleiters:

Sehr geehrter Herr Stein,
vielen Dank für die bisherige Korrespondenz. Ich bin erfreut, dass Ihnen die Brisanz der Situation grundsätzlich bewusst ist, geriet aber beim Lesen Ihrer Stellungnahme des Öfteren ins Stutzen. Zum Thema “Toleranz gegenüber andersdenkenden Menschen” muss ich Ihnen nichts weiter sagen, wenn Sie den ersten Absatz meines Artikels im Blog gelesen haben. Ich bin ein offener Mensch und ohne Vorurteile auf Evangelisten zugegangen und stieß dort auf große Intoleranz. Eine solche lässt sich auch in der Anzeige in Ihrem Magazin erkennen.

Sehr verwundert bin ich über Ihre Aussage, dass Sie solche Anzeigen weder aus rechtlichen, noch aus wirtschaftlichen Gründen ablehnen können. Zu diesem Thema habe ich den Chefredakteur eines Stadtmagazins, für das ich einmal längere Zeit gearbeitet habe und das über eine angeschlossene Werbeagentur verfügt, um eine Einschätzung der vorliegenden Situation gebeten.

Seine Ausführungen dazu bestätigten meine bisherige Annahme, ein Erzeugnis der freien Presse habe sehrwohl die Möglichkeit darüber zu bestimmen, welche Anzeigen angenommen und publiziert werden. Ihr Magazin verkauft Werbeplätze an Ihre Kunden bzw. die Kunden kommen auf Sie zu, um bei Ihnen zu werben. Es gibt dabei keinen Grund, bei bestimmten inhaltlichen Ausrichtungen von Unternehmen zu sagen, dass man kein Vertragsverhältnis eingehen möchte. Ihrer Aussage nach wären Ihnen dabei die Hände gebunden, was faktisch nicht so ist. Falls Sie es für bedenklicher halten, für im Ausland unter undurchsichtigen Bedingungen produzierende Unternehmen zu werben, als für religiöse Gemeinschaften, die christliche Werte zu Exklusionszwecken nutzen, ist das in meinen Augen eine höchst problematische Aussage.

Mein Kontakt gab nur eine Möglichkeit an, bei denen Ihnen nicht die Hoheit über die Veröffentlichung von Anzeigen gegeben ist: Das wäre der Fall, falls Sie Ihre Anzeigen über eine Agentur verkaufen und die Verträge mit dieser Agentur dahingehend gestaltet sind, alle Anzeigen, die auf diesem Weg verkauft werden, in jedem Fall abzudrucken sind, solange sie keine rechtlichen Verstöße beinhalten. Falls im vorliegenden Fall eine solche Situation zutreffend ist, würde ich mich über eine dahingehende Präzisierung Ihrer Stellungnahme sehr freuen. Auch – und dies mag ja ebenfalls der Fall sein – dass Sie aus wirtschaftlichen Gründen auf den Abdruck dieser Anzeige angewiesen waren, wüsste ich gerne von Ihrer Seite bestätigt. Mir geht es darum, den Grund herauszufinden, warum diese in meinen Augen bedenkliche Anzeige in dieser Form in einer Publikation wie der Ihren erscheinen kann oder muss – und warum trotz aller (auch von Ihnen erwähnten) moralischer Bedenken ein solcher Fall eingetreten ist.

Eine Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Wieder antwortete mir Herr Lutz Stein persönlich:

Sehr geehrter Herr Vennemann,
sie sind ja beinahe genauso eifrig bei der Sache wie der Grund Ihres Anstoßes.
Hinsichtlich verpflichtender Anzeigenschaltungen sollten Sie jemanden fragen, der sich mit dem deutschen Presserecht auch wirklich auskennt. Ich empfehle Ihnen hierzu auf das Wissen einschlägiger Fachanwälte zurückzugreifen, insbesondere zur medienrechtlichen Abgrenzung des Themas Tendenzbetrieb und politische Positionierung und Weltanschauung. Ihren gut informierten Kontakt dürfen Sie gerne darüber informieren, dass es bei dem angeführten Beispiel der Anzeigenschaltungen via Agenturen nicht um Presserecht, sondern um Vertragsrecht geht.
Tolerant ist man meiner Meinung nach erst dann, wenn das Tolerieren einer anderen Meinung richtig weh tut und nicht etwa, wenn man über ein paar Kleinigkeiten verschiedener Meinung ist.
Man darf seinen Lesern im Übrigen auch genügend Vertrauen entgegenbringen, selbst über Sinn und Unsinn von Werbebotschaften zu urteilen.
Zum Abschluss meiner Beschäftigung mit diesem Thema möchte ich Sie ganz deutlich auf etwas hinweisen. Was Sie im Umgang mit den Inhalten der Bruderhandanzeige fordern, hat einen ganz klaren Namen: Zensur.

Mit freundlichen Grüßen,
Lutz Stein

Ich denke, diese Antwort spricht für sich selbst. Dass es im o.g. Fall um vertragsrechtliche Dinge ging, war mir durchaus bewusst. Der Verweis auf Fachanwälte für Presserecht ist in jedem Falle ein guter und wird von mir gegebenenfalls in Anspruch genommen werden. Mir wurde immer noch keine schlüssige Argumentation dafür vorlegt, warum ein Stadtmagazin dazu verpflichtet sein sollte, eine solche Anzeige zwangsweise veröffentlichen zu müssen. Die nicht vorhandene Bereitschaft, mir den Sachverhalt vernünftig darzulegen, mag jeder selbst für sich interpretieren. Gleiches gilt für die Aussagen über Toleranz, die sich nach meiner Auffassung inhaltlich selbst negieren.

Über die Ausrichtung seines Magazins CHARAKTER – ZEITGEIST liest man auf der Homepage des Verlages:

Regionalen Unternehmen, vom Bio-Bauern bis zum Hightech-Konzern, bieten wir somit eine ideale Plattform, um sich als verantwortungsvolle Partner auf unserem gemeinsamen Weg in die Zukunft zu positionieren – als Wirtschaftsbetriebe, die den Geist der Zeit erkannt haben und schon heute bereit sind für die Welt von morgen.

Evangelikale Gruppen können damit nicht gemeint sein. Sie gelten als äußerst konservativ und vertreten Werte wie das Züchtigen von Kindern mittels Prügeln, wie der NDR jüngst wieder berichtete. Wie passt das Missionswerk Bruderhand also ins Verlagsprofil?

Vielleicht ist aber auch die Verlagsleitung sehr froh über den geldträchtigen Werbekunden. Neben den Einkünften aus der Anzeige ist man vielleicht auch inhaltlich den in dem Werbetext geäußerten Ansichten nicht abgeneigt. Im Editorial der April-Ausgabe des Magazins CHARAKTER schreibt Lutz Stein zur Wahl des neuen Papstes Franziskus:

Ich wünsche dem alten Herrn von ganzem Herzen Erfolg, denn nur eine lebendige, die Gesellschaft positiv prägende Kirche ist ein helles Licht in der Dunkelheit der Anbetung materieller Götzen.

(Lutz Stein, CHARAKTER Edition April 2013, S.3 – Editorial)

Die Unsinnigkeit, die „Dunkelheit der Anbetung materieller Götzen“ in einem Magazin anzuprangern, das vor Werbeanzeigen und Promotionsartikeln nur so strotzt und das noch dazu im eigenen Verlag erscheint, scheint Herrn Stein nicht aufgefallen zu sein. Ein weiteres Faktum, das für sich spricht.

Scheinbar besteht von Seiten der Verlagsleitung kein weiterer Diskussionsbedarf mehr über die Situation. Schade. Es ging mir, wie der Leser dieses Eintrags bemerkt haben dürfte, nicht um Zensur. Mir geht es darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was in welchen Medien unter welchen Umständen veröffentlicht wird. Um zu meiner Frage, die ich im letzten Blogeintrag aufwarf, zurückzukehren: Es scheint in diesem Falle so, als habe sich der Stein Medien Verlag bewusst dafür entschieden, diese Anzeige anzunehmen und in der aufbereiteten Art in seinen April-Magazinen 2013 zu veröffentlichen. Trotz moralischer Bedenken. Trotz der dort inhaltlich vertretenen revisionistischen Ansichten evangelikaler Gruppen.

Ein bedenklicher Vorgang. Einer, über den man noch weiter reden sollte. Ich bitte darum!

Sascha Vennemann

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Doppelseitige Anzeige für Evangelisten in Göttinger Stadtmagazin “trends & fun”

Ich halte mich für einen toleranten Menschen, auch und insbesondere, was Religiosität angeht. Doch in letzter Zeit mache ich mir zunehmend Sorgen über die Evangelisten. Diese ultrakonservativen Christen, welche die Bibel wörtlich nehmen, habe ich persönlich als äußert vereinnahmend und intolerant gegenüber Andersgläubigen kennengelernt, als ich einmal einen Abend bei einer solchen Gruppe verbringen durfte. In Gesprächen zeigten sie sich ebenso abweisend und radikal, schimpften mich als Jünger des Teufels, weil ich es auch nur wagte, andere als ihre Ansichten als Glaubensgrundlage in Betracht zu ziehen. Es war schlichtweg beängstigend, mit welchem Fanatismus und unverhohlener Abwertung mir begegnet wurde. Ich bin geneigt zu sagen: Schön und gut, solange diese Menschen unter sich bleiben und nicht versuchen, anderen Menschen einzureden, sie wären minderwertig. Doch das reichte diesen Evangelikalen nicht. Sie missionieren mit dem Hervorrufen eines schlechten Gewissens und Propaganda, dagegen sind die „Wachtürme“ der Zeugen Jehovas unverbindliche Glaubensempfehlungen. Dabei beziehe ich mich auf meine persönlichen Erfahrungen mit einer einzelnen „Jesus Only“-Gruppe im lokalen Göttinger Kontext und möchte nicht verallgemeinern.

Jüngst ereignete sich aber ein Vorfall, bei dem ich mich fragen muss, wie wenig Taktgefühl und Weitsicht man in einer Magazin-Redaktion beweisen kann. In der April-Ausgabe 2013 des Göttinger Stadtmagazin „trends & fun“ findet man auf den Seiten 20 und 21 eine doppelseitige Anzeige des Missionswerks Bruderhand. Nur die kleine Überschrift „Anzeige“ gibt zu erkennen, worum es sich hierbei handelt. Aufgemacht ist die zweiseitige Abhandlung wie ein redaktioneller Artikel, geschrieben von einem Manfred Röseler, seines Zeichens stellvertretender Missionsleiter der Organisation. Inhaltlich weicht man nicht weit von dem ab, was Evangelisten normalerweise zu predigen pflegen: „Richte dein Leben nach Gott und Jesus aus, dann wird alles gut. Wenn du Erfüllung in deiner Arbeit, deinem Vermögen oder deiner Liebe zu einem Menschen findest, wirst du sie zwangsläufig irgendwann verlieren.“ Starker Tobak, aber nicht neu. Garniert wird das Ganze mit Links zur Homepage von „Jesus Only“ – einer ebenso radikalen Bewegung, die u.a. gegen Homosexuelle wettert – und einem Gutschein für ein Buch.

Seite 20/21 - Doppelseitige Religiöse Propaganda. Oben links der minimale Hinwesie auf eine Anzeige.

Seite 20/21 – Doppelseitige Religiöse Propaganda. Oben links der minimale Hinweis auf eine Anzeige.

Stadtmagazine leben von Anzeigen. Ich kenne das, habe einmal ein halbes Jahr lang in einem Verlag gearbeitet, der eine solche Publikation herausbringt. Auch Promotion-Artikel, halb Werbung, halb Information, sind dort an der Tagesordnung. Was allerdings die Anzeigenabteilung von „trends & fun“ dazu bewogen hat, diese Doppelseite einem konservativen, christlichen Verein zur Verfügung zu stellen, ist äußert zweifelhaft. Ganz sicher ist eine Menge Geld geflossen. Das wäre soweit auch in Ordnung. Das Problem dabei ist, dass „trends & fun“ diese Anzeige unkommentiert lässt und es durch das Layout zulässt, dass man es mit einem redaktionellen Artikel verwechselt. Anzeigen für religiöse Gemeinschaften, insbesondere in dieser Größenordnung, haben in einem Magazin, dessen Veranstaltungshinweise nach Meinung vom Missionswerk Bruderhand wohl allesamt direkt dazu führen müssen, bei einem Besuch solcher Events zur Hölle zu fahren, nichts, aber auch gar nichts zu suchen. Das ist nicht der richtige Rahmen, hinterlässt mehr als nur einen bitteren Nachgeschmack und weicht die Grenze dessen, was Stadtmagazine für Geld zu tun oder zuzulassen bereit sind, sehr deutlich auf. Oder hat man sich am Ende gar bewusst dafür entschieden, diese Anzeige ins Heft aufzunehmen? Dann sollte man sich fragen, was das über das Stadtmagazin an sich aussagt und ob man bereit ist, diesem noch weiter Beachtung zu schenken.

Anbei findet ihr den Link zu der besagten Ausgabe. Die Anzeige findet ihr auf Seite 20/21. Sobald wie möglich werde ich versuchen, mit der Redaktion von „trends & fun“ in Verbindung zu treten und mal nachzuhorchen, wie man dort zu dieser Anzeige und dem Eindruck, den sie erweckt, steht. Wer wie ich bei der ganzen Sache ein mehr als komisches Gefühl hat, ist dazu aufgerufen, das Gleiche zu tun. Wem ähnliche Fälle aus ähnlichen Magazinen/Zeitschriften/Zeitungen bekannt sind, darf mich darüber gerne in Kenntnis setzen.

Ich bin wirklich schockiert, dass eine solche Anzeige für eine konservative, teils radikale religiöse Gruppe, in dieser Aufmachung und Größe, in einem Stadtmagazin veröffentlicht wurde. Ein solches Heft sollte allein über die lokalen Termine, Stadt, Menschen, Kultur und ansässige Geschäfte informieren. Religiöse Ansichten oder gar Glaubens-Propaganda sind dort eindeutig am falschen Ort. Hoffen wir, dass es sich dabei nur um einen redaktionellen Aussetzer und nicht um einen gewollten Schritt handelt.

APRILAUSGABE TRENDS & FUN : http://www.trends-fun.de/tuf/
(Stand: 19.April 2013)

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , | 1 Kommentar

Media-Mono-Log 007 – YPS 1/2013

Ausgabe 007 des Media-Mono-Logs widmet sich erneut dem YPS-Heft, diesmal der Ausgabe Nummer 2 nach dem Relaunch. Wer sich erinnern möchte: Ausgabe 1/2012 kam bei mir nicht so besonders gut weg… Inhaltlich hat man sich erkennbar verbessert und es gibt mehr Comics! Was es in der aktuellen Ausgabe im Einzelnen zu lesen gibt, das hört ihr in meinem Durchblätter-Review. Viel Spaß! :-)

Ein Flipper als Cover - YPS 1/2013

Ein Flipper als Cover – YPS 1/2013

Hier gibt es den Stream:


Hier ist der Download:
Media-Mono-Log 007 – YPS 1/2013

Länge: ca. 19 Min. / Größe: 15,3 MB

Link: YPS bei Facebook

Veröffentlicht unter "Media-Mono-Log"-Podcast | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Rezension: “Das Buch Karand” – Stephan R. Bellem

Im Laufe der letzten Jahre habe ich jede Menge Rezensionen für die verschiedensten Formate geschrieben: Online-Magazine, Zeitschriften, Zeitungen und Foren. Vieles davon ist nicht mehr online verfügbar. Nach und nach werde ich meine Besprechungen nun hier wieder einstellen, damit sie für den interessierten Leser weiterhin zur Verfügung stehen.
Den Anfang machen wir mit einem Roman von Stephan R. Bellem, über dessen Projekt “Ü-30 – Und immer noch Pickel” ich ja bereits ausführlich berichtet habe.
Viel Spaß beim Lesen!

Stephan R. Bellem: „Das Buch Karand“
(Die Chroniken des Paladins 3)

Fantasy, Taschenbuch
Otherworld Verlag, Graz, Juni 2009
451 Seiten / 9,95 €
ISBN: 9783902607089

Der Kontinent Kanduras steht am Rande des Abgrunds. Tharador und seine Gefährten konnten nicht verhindern, dass das „Buch Karand“, jenes magische Artefakt, das seinem Besitzer eine fast gottgleiche Aura und Macht verleiht, von seinem Versteck in den Überresten von Karandras Festung in den Bergen entwendet wird. Nicht nur das – Calissa, Orkkönig Ul’goth, Berserker-Zwergenprinz Khalldeg und Elf Faeron müssen sogar davon ausgehen, dass der Paladin den letzten Kampf nicht überlebt hat, da von ihm keine Spur zu entdecken ist. Verfolgt von den Gnomen, die unter der neuen Herrschaft des Herold des Aurelion Pharg’inyon, der sich in Dergerons Körper festgesetzt hat, das Heer Richtung der Hafenstadt Berenth ziehen lässt, fliehen die Freunde. Mit Hilfe des Ork-Schamanen Nnelg können sie jedoch erfahren, dass Tharador noch lebt. Dieser sitzt in der Stadt Totenfels in einem Verlies und erfährt von seinem Mitgefangenen, dem Chronisten Rhelon mehr über die Vergangenheit Kanduras – und seine eigene Abstammung und die Aufgaben, die noch vor ihm liegen. Auch Korvellan und Dezlot, der junge Magier, kommen bei ihrer Suche nach dem Mörder des Magiers Gordan immer mehr auf die Schliche einer Verschwörung, die anscheinend bis in die obersten Reihen der Kleriker reicht. Im Süden, in der von Orks belagerten Stadt Surdan, versuchen sich Menschen und Orks mal mehr und mal weniger friedlich miteinander zu arrangieren, dennoch bemühen sich alle redlich, den von Ul’goth angestrebten Frieden zu wahren, auch wenn jahrhundertealte Ressentiments zwischen den beiden Rassen vorherrschen. Schließlich können die Freunde Tharador nach einem Abstecher zur „Eisnadel“, der Heimat der Zwerge, befreien. An der Aktion ist ein kleiner magisch begabter Goblin namens SnikSnik nicht ganz unbeteiligt. Alles läuft auf die finale Konfrontation der dunklen Mächte geben die vereinten Völker des Guten hinaus. Während Pharg’inyon/Dergeron zusammen mit den Gnomen auf Berenth marschiert, und dabei die Macht des „Buchs Karand“ entfesselt wird, wobei eine ganze Region mit Tausenden von Einwohnern unter dem Einfluss der Macht zu einem gewaltigen Heer mutiert, verschanzen sich Tharador und Konsorten in der Festung. Von Süden nähert sich die unverhoffte Verstärkung in Gestalt von Orktruppen, von Osten kommt eine Streitmacht von Zwergen zu Hilfe. Und doch reicht das alles nicht aus, um das Böse zu stoppen. Tharador muss sich ein letztes Mal auf seine speziellen Kräfte und das Licht des Paladins besinnen, um eine Chance zu erhalten, diejenigen, die er liebt, vor der Verdammnis zu retten …

Das Buch Karand - Stephan R. Bellem

Das Buch Karand – Stephan R. Bellem

Mit „Das Buch Karand“ schließt der deutsche Fantasy-Autor seine Trilogie „Die Chroniken des Paladins“ nach den beiden ersten Teilen „Tharador“ und „Das Amulett“ fulminant ab. Über 1000 Seiten haben wir den Sohn eines Engels und einer Sterblichen nun bei seinem Kampf gegen das Böse begleitet und konnten dabei nicht nur seine Abenteuer erleben, sondern auch mitentdecken, wie sich die Geschichte und der Background des Kontinenten Kanduras immer weiter offenbarten und entwickelten. Diese unglaublich reichhaltige Welt, die immer wieder nicht nur zwischen den Zeilen durchscheint, bietet noch viel Stoff für unzählige Geschichten, und so ist es kaum verwunderlich, dass Stephan R. Bellem – soviel hat er schon angekündigt – eines Tages wieder über sie schreiben wird.

Doch zunächst muss erst diese erste lange Erzählung zuende gebracht werden. Bellem überhäuft den Leser dabei nur so mit Namen von Orten, Göttern, Protagonisten und Nebenfiguren, so dass einem als Leser mit längerer Lesepause zwischen den Romanen – trotz vorhandenem und dringend erforderlichem Personenregister – erst einmal der Kopf raucht. Da kann es schon einmal bis zu hundert Seiten dauern, bis man sich wieder orientiert hat, aber danach ist man zurück auf dem Kontinent, über den der Autor seine Helden nun erst einmal lange genug gejagt hat. Als einzelnen Roman kann man „Das Buch Karand“ gar nicht lesen, man muss die beiden Vorgänger intensiv verinnerlicht haben, um alle Zusammenhänge zwischen den bis zu fünf verschiedenen Erzählsträngen herstellen zu können. Das mag für den Gelegenheitsleser mit geringer Aufmerksamkeitsspanne vielleicht überfordernd sein, für die bisherigen Begleiter Tharadors auf seiner phantastischen Reise aber ein reichhaltiger Festschmaus.

Bellem vereint hier all seine bisher gesammelte Schreiberfahrung und pickt sich das Beste aus den beiden ersten Romanen heraus: Die stilvolle und präzise geschilderte Action aus „Tharador“, die wohldosiert über den insgesamt sehr dynamisch und ausgewogen erzählten Roman verteilt auftaucht, und die vor allem in „Das Amulett“ vorherrschenden Charakterentwicklungen, die aus der bloßen auswechselbaren Heldentruppe ein untrennbares Team von Individuen mit ganz eigenen Geschichten, Ängsten und Sorgen machen. Sprachlich findet Bellem dabei für jedes dieser Elemente den richtigen Ton und ein angenehmes, nicht zu flottes, aber auch nicht zu lahmes Erzähltempo. Ausgewogen und mit sichtlich mehr schriftstellerischer Erfahrung eben.

Wunderbar führt der Autor am Ende alle Stränge seiner Romane zusammen, der finale Kampf ist nicht nur eine epische Schlacht, wie sie sich Fantasy-Leser wünschen, sondern schlägt auch, durch das Eingreifen eines „alten Freundes“ inhaltlich eine Brücke zum Anfang von „Tharador“. Das macht die ganze Sache extra-rund.

„Die Chroniken des Paladins“ sind ein Paradebeispiel für gelungene klassische Sword&Sorcery-Fantasy aus deutschen Landen. Eine Geschichte, in der man sich als Leser gerne verliert und die sich mit ihrem Grad an Detailtreue und Reichhaltigkeit nicht hinter Vorbildern aus dem Ausland verstecken muss.

“Das Buch Karand” als eBook bei Amazon für 4,99 Euro

(c) Sascha Vennemann, 2013

Veröffentlicht unter Lesen & Schreiben | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Temptracks 007 – Audiopreview MADDRAX 345

Es freut mich ganz besonders, dass ich diesmal ein Audio-Preview für MADDRAX einsprechen konnte, das nicht auf einem Roman von mir selbst, sondern von einem Kollegen basiert: In 14 Tagen erscheint „Ein zweites Leben“ als Band 345 von MADDRAX. Geschrieben hat den Roman mein Kollege Andreas Suchanek, der mit seiner SciFi-Serie HELIOSPHERE 2265 ( erhältlich als eBook und Taschenbuch) gerade erfreuliche Erfolge feiert! In dem knapp zehn-minütigen Ausschnitt tauchen wir ab in die Vergangenheit der Serie und begegnen einer alten Bekannten in El’ay.

Maddrax - Das aktuelle Logo
Viel Spaß beim Lauschen!

Länge: ca. 10 Min. / Größe: 9,1 MB

Hier ist der Stream:


Und hier ist der Download:
Temptracks 007 – Audiopreview MADDRAX 345



Veröffentlicht unter "Temptracks"-Podcast | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar