MADDRAX-Adventskalender 2016 – Türchen 18

Mordpol

Ein MADDRAX-Weihnachtsroman in 24 Teilen

Der MADDRAX-Adventskalender - Jeden Tag ein weiteres Kapitel! (c) Bastei Verlag

Der MADDRAX-Adventskalender – Jeden Tag ein weiteres Kapitel!
(c) Bastei Verlag

18. Kapitel

Nachdem Sepp und seine Gefährten das Labyrinth hinter sich gebracht hatten, fanden sie sich in klirrender Kälte und tiefer Nacht an einer einsamen Omnischlittenhaltestelle wieder. Der Erbauer des Tunnels hatte ganz offensichtlich auch den weiteren Fluchtweg perfekt durchdacht.

Sie standen sich bibbernd zwei Stunden lang die Beine in den Bauch, bis endlich ein zweistöckiger Omnischlitten auftauchte, von einem Rudel RenDhark-Tiere gezogen, und fuhren nach Lösen dreier Tickets zu jenem Haus, in dessen Keller der wackere Meisterspion sein Quartier aufgeschlagen hatte. Hätte Matt gewusst, dass es nur zweihundert Meter entfernt lag, er hätte die Strecke auch gern zu Fuß zurückgelegt…

Inzwischen war ein Eilbote dort gewesen und hatte einen fitzelig zusammengefalteten Zettel in einem Überraschungsei in Sepps toten Briefkasten geworfen. Er stammte vom Stellvertretenden Vorsitzenden der East’R’Bunn-Fraktion n.e.V. (Deckname: Jens-Uwe) und teilte mit, nur ihm und seiner Schwiegermutter sei die Flucht aus der Hasengrube gelungen. Die gesamte örtliche Kampfabteilung des Geheimbundes saß in Santa Graus‘ Karzer ein und wurde (vermutlich) für die Silvesterparty gemästet.

Außerdem hatte Jens-Uwe vor seiner Flucht gesehen, dass die übel riechenden Typen vom ZMGD Vorkehrungen getroffen hätten, das schokoladige Heiligtum East’R’Bunns in den Palast zu verbringen. Da er nunmehr krank vor Sorge um seine Kameraden und seinen Gott wäre, würde er sich erst mal die gewerkschaftlich zugesicherten drei Krankfeiertage nehmen, und er bat Sepp, sich doch schnell und kompetent „um die Sache zu kümmern“.

„Im streng geheimen East’R’Nest (Karte anbei) findest du alle nötigen Waffen, die man für ein solches Selbstmordkommando braucht“, endete sein Schreiben, „außerdem das Wartungspersonal, das zwar nicht zum Eierkämpfer ausgebildet ist, dir beim Sturm auf den Palast aber sicherlich zur Hand gehen wird. Bitte, o Meisterspion, rette den Easter Bunny und tritt Santa Graus kräftig in den Anus!“

„Jawoll!“, schrie Sepp und hub gleich an, das Kampflied derer von East’R’Bunn zu singen:

Wacht auf, Verdammte dieser Erde,

die jährlich man zum Kritzbaum zwingt.

Das Ei, gefärbt wie Kraterherde,

mit aller Macht zum Durchbruch drängt.

Räumt nun auf mit dem Bedränger,

danieder mit dem Santa Graus!

Ein Nichts zu sein ertragt nicht länger,

versteckt das Ei nicht – holt es raus!“

Matt Drax fasste sich an den Kopf – wie immer, wenn er länger als eine Minute mit Sepp zusammen war. In was bin ich da nur wieder geraten?, dachte er verzweifelt und raufte sich das Haupthaar.

Er hatte kaum zu Ende gedacht, als die am hohen Kellerfenster stehende und wachsam auf die verschneite nächtliche Straße lugende Aruula aufstöhnte.

„Maddrax!“, zischte sie.

Sepp stellte sein Geheul ein und ließ vor Schreck das stählerne Überraschungsei fallen, in dem ihn Jens-Uwes Botschaft erreicht hatte. Leider traf es seinen dicken Zeh (rechts), sodass er sofort wieder zu heulen anfing. Obwohl er diesmal keine Worte missbrauchte, klang es fast genauso wie das zuvor intonierte Lied.

Matt hechtete derweil auf seine Gefährtin zu, die so bleich wie ein Zuckerbaiser mit weit aufgerissenem Mund durch das Kellerfenster nach draußen deutete.

„Da-da-da-daaa…“

Heiliger Pfefferkuchen, dachte Matt, als seines Auges Blick auf die verschneite Stadtlandschaft fiel. Nicht auch das noch…

Autor: Ronald M. Hahn

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