MADDRAX-Adventskalender 2016 – Türchen 22

Mordpol

Ein MADDRAX-Weihnachtsroman in 24 Teilen

Der MADDRAX-Adventskalender - Jeden Tag ein weiteres Kapitel! (c) Bastei Verlag

Der MADDRAX-Adventskalender – Jeden Tag ein weiteres Kapitel!
(c) Bastei Verlag

22. Kapitel

„Na, was hab ich euch gesagt? Niemand hier!“ Triumphierend blickte Matthew Drax in die Runde, aber niemand hörte ihm zu. Nachdem Aruula und Sepp Nüssli erfasst hatten, dass der Zuckerwerkpalast des Kritzmesstyrannen verwaist war, hatten sie sich auf die Bar gestürzt, beziehungsweise auf die Flaschen darauf, gefüllt mit bitterscharfem Kräuterbrünnli und 45-prozentigem Absinthus Verde.

„Mein Sodbrennen bringt mich um“, seufzte Aruula und streichelte sich den von der Mastkur immer noch geschwollenen Bauch, in den soeben ein Cocktail aus beiden Verdauungsbränden rann.

„Gopferdammi, schmeckt das guut“, stöhnte Sepp Nüssli, und sein blaugefrorenes Riechorgan nahm eine rosige Tönung an. „Ich hab schon gedacht, mein letztes Stündli hätt geschlagen in der Kälte da draußen…“

Matt rümpfte die Nase. Die Luft war alkoholgeschwängert. Vereinzelt lagen ein paar schnarchende Rauschgoldengel herum, die ihrem Namen alle Ehre machten. Der Rest der Gesellschaft war tatsächlich zur Jagd auf die Fremden aufgebrochen.

„Kommt schon!“, drängte Matthew. „Wir müssen uns beeilen, wenn unser Plan Erfolg haben soll!“

Leicht schwankend folgten Aruula und Sepp Nüssli.

„Wo willste den Schokohasen denn finden?“, fragte die wackere Barbarin, der soeben bewusst wurde, dass sie ja eigentlich gar keinen Alkohol vertrug. Zu spät…

„Wo versteckt man wertvolle Dinge?“, erwiderte Matt und tippte sich gegen die Nase.

„Unter Dielenbrettern?“, schlug Sepp vor.

„Innem… hupps… hohlen Baum?“, überlegte Aruula.

„Da schaut doch jeder als erstes nach!“, winkte Matt ab. „Hier ist detektivische Feinarbeit gefragt! Äh… vielleicht wecken wir eine der Alkoholleichen und fragen… Moooment!“ Er unterbrach sich und deutete auf die Marmorfliesen – auf denen sich quer durch den Saal eine breite Schokoladen-Schleifspur zog!

„Das ist keine Feinarbeit – das ist einfach nur Schwein gehabt!“, moserte Sepp, weil er als Meisterspion so offensichtlich versagt hatte.

„Los, mir nach!“, triumphierte Matt. „Ihr werdet sehen, gleich haben wir ihn!“

Angespornt von Matts Enthusiasmus, liefen Aruula und Sepp hinter ihm her, durch eine hohe Tür in den nächsten, stockdunkel daliegenden Saal, wo gewiss das Heiligtum der East’R’Bunn auf sie wartete.

Sie hatten kaum die Schwelle überschritten, als sie erkennen mussten, dass tatsächlich jemand auf sie wartete. Allerdings kein titanischer Schokoladenosterhase.

„Kann ich euch helfen?“, erklang eine dröhnende Stimme vor ihnen, während tausend Lichtergirlanden aufflammten und sie blendeten.

Matt, Aruula und Sepp blinzelten. Hinter ihnen fiel donnernd die Tür ins Schloss.

Santa Graus leibhaftig stand vor ihnen, mehr als drei Meter hoch und voluminöser als je zuvor. Unter seinem weiten Mantel kamen ein Guul, ein Rev’rend und eine Taratze hervor, allesamt klauenreibend und mit mehr oder weniger Zähnen scheußlich grinsend.

Die Grausheiligen! Matt und Aruula hatten die drei schon bei der Erweckungszeremonie kennen gelernt. War das wirklich erst wenige Stunden her?

Matthew Drax gab in so einer aussichtslos scheinenden Situation keineswegs auf. Er war ein Sofortumschalter, seine Reaktionen blitzschnell, sein Wortwitz unerreicht. „Ähm…“

„Ich habe also keinen Mumm, wie?“, brüllte der Kritzmesstyrann den drei Gefährten entgegen. Matt wurde grün im Gesicht, als ihm der verwesende Atem des Schwabbelsacks entgegenschlug, und Aruula bekam einen Schluckauf. „Dachtet ihr etwa, ich falle darauf herein? In diesem Moment sacken meine Schauerlichen Schergen die lächerlichen Reste der East’R’Bunn-Anhänger ein, und auch ihr hoppelt nicht mehr lange!“

Aruula versuchte trotz der übergewichtigen Übermacht noch ihr Schwert zu zücken, aber die hochprozentigen Verdauungsbrände ließen sie taumeln.

Santa Graus winkte den drei Grausheiligen. „Schnappt sie euch! Ab mit ihnen in die Schokoladenfabrik, zusammen mit dem Osterhasen! Schmelzt das garstige Ding ein und macht Schokoladensantagräuse aus ihm!“

„Und wir?“, fragte Sepp zaghaft.

Santa Graus grinste lebkuchenbreit. „Ihr bekommt eine besondere Glasur und werdet mir als Hauptgang serviert! Ho ho hooo!“

Autorin: Susan Schwartz

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