MADDRAX-Adventskalender 2016 – Türchen 22

Mordpol

Ein MADDRAX-Weihnachtsroman in 24 Teilen

Der MADDRAX-Adventskalender - Jeden Tag ein weiteres Kapitel! (c) Bastei Verlag

Der MADDRAX-Adventskalender – Jeden Tag ein weiteres Kapitel!
(c) Bastei Verlag

22. Kapitel

„Na, was hab ich euch gesagt? Niemand hier!“ Triumphierend blickte Matthew Drax in die Runde, aber niemand hörte ihm zu. Nachdem Aruula und Sepp Nüssli erfasst hatten, dass der Zuckerwerkpalast des Kritzmesstyrannen verwaist war, hatten sie sich auf die Bar gestürzt, beziehungsweise auf die Flaschen darauf, gefüllt mit bitterscharfem Kräuterbrünnli und 45-prozentigem Absinthus Verde.

„Mein Sodbrennen bringt mich um“, seufzte Aruula und streichelte sich den von der Mastkur immer noch geschwollenen Bauch, in den soeben ein Cocktail aus beiden Verdauungsbränden rann.

„Gopferdammi, schmeckt das guut“, stöhnte Sepp Nüssli, und sein blaugefrorenes Riechorgan nahm eine rosige Tönung an. „Ich hab schon gedacht, mein letztes Stündli hätt geschlagen in der Kälte da draußen…“

Matt rümpfte die Nase. Die Luft war alkoholgeschwängert. Vereinzelt lagen ein paar schnarchende Rauschgoldengel herum, die ihrem Namen alle Ehre machten. Der Rest der Gesellschaft war tatsächlich zur Jagd auf die Fremden aufgebrochen.

„Kommt schon!“, drängte Matthew. „Wir müssen uns beeilen, wenn unser Plan Erfolg haben soll!“

Leicht schwankend folgten Aruula und Sepp Nüssli.

„Wo willste den Schokohasen denn finden?“, fragte die wackere Barbarin, der soeben bewusst wurde, dass sie ja eigentlich gar keinen Alkohol vertrug. Zu spät…

„Wo versteckt man wertvolle Dinge?“, erwiderte Matt und tippte sich gegen die Nase.

„Unter Dielenbrettern?“, schlug Sepp vor.

„Innem… hupps… hohlen Baum?“, überlegte Aruula.

„Da schaut doch jeder als erstes nach!“, winkte Matt ab. „Hier ist detektivische Feinarbeit gefragt! Äh… vielleicht wecken wir eine der Alkoholleichen und fragen… Moooment!“ Er unterbrach sich und deutete auf die Marmorfliesen – auf denen sich quer durch den Saal eine breite Schokoladen-Schleifspur zog!

„Das ist keine Feinarbeit – das ist einfach nur Schwein gehabt!“, moserte Sepp, weil er als Meisterspion so offensichtlich versagt hatte.

„Los, mir nach!“, triumphierte Matt. „Ihr werdet sehen, gleich haben wir ihn!“

Angespornt von Matts Enthusiasmus, liefen Aruula und Sepp hinter ihm her, durch eine hohe Tür in den nächsten, stockdunkel daliegenden Saal, wo gewiss das Heiligtum der East’R’Bunn auf sie wartete.

Sie hatten kaum die Schwelle überschritten, als sie erkennen mussten, dass tatsächlich jemand auf sie wartete. Allerdings kein titanischer Schokoladenosterhase.

„Kann ich euch helfen?“, erklang eine dröhnende Stimme vor ihnen, während tausend Lichtergirlanden aufflammten und sie blendeten.

Matt, Aruula und Sepp blinzelten. Hinter ihnen fiel donnernd die Tür ins Schloss.

Santa Graus leibhaftig stand vor ihnen, mehr als drei Meter hoch und voluminöser als je zuvor. Unter seinem weiten Mantel kamen ein Guul, ein Rev’rend und eine Taratze hervor, allesamt klauenreibend und mit mehr oder weniger Zähnen scheußlich grinsend.

Die Grausheiligen! Matt und Aruula hatten die drei schon bei der Erweckungszeremonie kennen gelernt. War das wirklich erst wenige Stunden her?

Matthew Drax gab in so einer aussichtslos scheinenden Situation keineswegs auf. Er war ein Sofortumschalter, seine Reaktionen blitzschnell, sein Wortwitz unerreicht. „Ähm…“

„Ich habe also keinen Mumm, wie?“, brüllte der Kritzmesstyrann den drei Gefährten entgegen. Matt wurde grün im Gesicht, als ihm der verwesende Atem des Schwabbelsacks entgegenschlug, und Aruula bekam einen Schluckauf. „Dachtet ihr etwa, ich falle darauf herein? In diesem Moment sacken meine Schauerlichen Schergen die lächerlichen Reste der East’R’Bunn-Anhänger ein, und auch ihr hoppelt nicht mehr lange!“

Aruula versuchte trotz der übergewichtigen Übermacht noch ihr Schwert zu zücken, aber die hochprozentigen Verdauungsbrände ließen sie taumeln.

Santa Graus winkte den drei Grausheiligen. „Schnappt sie euch! Ab mit ihnen in die Schokoladenfabrik, zusammen mit dem Osterhasen! Schmelzt das garstige Ding ein und macht Schokoladensantagräuse aus ihm!“

„Und wir?“, fragte Sepp zaghaft.

Santa Graus grinste lebkuchenbreit. „Ihr bekommt eine besondere Glasur und werdet mir als Hauptgang serviert! Ho ho hooo!“

Autorin: Susan Schwartz

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MADDRAX-Adventskalender 2016 – Türchen 21

Mordpol

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Der MADDRAX-Adventskalender – Jeden Tag ein weiteres Kapitel!
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21. Kapitel

Das East’R’Nest war ein ehemaliges Lagerhaus ganz in der Nähe des Palastes, über dem in Leuchtbuchstaben der Schriftzug „Geheimes Waffenlager der East’R’Bunn“ prangte. Matthew Drax fragte sich, ob die Schergen von Santa Graus blind, blöd oder allesamt Analphabeten waren. Wenigstens war am Eingang ein Pappschild „Zutritt nur für Mitglieder und Sympathisanten von East’R’Bunn“ angebracht, sodass sie sich einigermaßen sicher fühlen konnten.

Das Lager war leer. Ausgestorben. Ausgeräumt. Alle Trampelhoppel­hasen, Fauleierwerfer, Strohkorbschläger und Eibläser, deren Integrität und Tapferkeit Sepp Nüssli auf dem Weg hierher in den höchsten Tönen gelobt hatte, waren verschwunden. Einzig ein großes grünes Osternest, offenbar für konspirative Sitzungen gedacht, erhob sich noch in der Mitte des Raumes.

Eine goldumrahmte Werbebroschüre mit der Aufschrift: „Chömmet in’d Schwyz und leget’s Fränkli ah beim Nüssli Sepp, Spürnäsli und Schwarzgeldwäscherli, S.A. (Einlagen erst ab 50.000 Eiern erwünscht)“ wies den Weg des geflüchteten Personals – und ließ in Matt den leisen Verdacht wachsen, dass hier jemand ein klein wenig falschgespielt hatte. Sein Blick wanderte unwillkürlich zu Sepp Nüssli, der sein faltiges Gesichtli zu einem entschuldigenden Grinsen verzog.

„Hab ich ahnen können, dass die Burschen so geldgierig sind?“, druckste er. „Ich kann ja nicht nur immer von mir auf andere schließen…“

„Und wie sollen wir Santa Graus nun entgegentreten?“, fragte Matt. „Nahezu unbewaffnet, ohne Hilfe der East’R’Bunn-Fraktion? Ich wünschte mir, sie hätten uns wenigstens ein paar Wurfeier hiergelassen.“

Aruula winkte ab. „Denk dran, gegen welche Unbillen wir schon bestanden haben. Und bis jetzt ist noch immer alles gut gegangen.“ Nachdenklich ergänzte sie: „Manchmal glaube ich, dass eine höhere Macht über uns wacht. In letzter Zeit träume ich öfters von einem bärtigen vieräugigen Wesen namens Maddmike, das mir leise zuflüsterte: ‚Keine Angst, ich lass dich niemals sterben! Und wenn ich dafür alle Autoren zum Mars jagen und die Serie alleine weiterschreiben müsste!'“

„Ah-ja. Interessant“, entgegnete Matt skeptisch. „Und hat dieser… äh, Maddmike auch über mich geredet?“

„Aber sicher. Er meinte, du sollst dich ein wenig mit mir befassen, sonst verkuppelt er dich mit Lynne Crow.“

„Ich muss mal! Groß!“, meldete sich eins der Kinder zu Wort, die sie im Schlepptau mit hierher genommen hatten, und beendete damit das fruchtlose Gespräch. Aruula wies ihm den Weg zu dem Osternest, um dort sein Ei zu legen, und gab ihm eine von Sepps Broschüren zum Abwischen mit.

„Die Kinder können wir hier lassen“, sagte Matt. „Offenbar ist dies der einzige Ort in Polarstadt, wo man noch nicht nach den Rebellen gesucht hat.“

„Ihr wollt doch nicht wirklich ganz alleine losziehen, um die gefangenen East’R’Bunn zu retten!“, entsetzte sich Sepp.

„Aber nicht doch“, grinste Aruula. „Dich nehmen wir natürlich mit.“

„Äh… aber ich habe einen wichtigen Termin…“

„Wir alle haben einen Termin – im Palast des Weihnachtstyrannen“, unterbrach ihn Matt. „Unsere heilige Aufgabe ist es, den Schokoladenhasen zu retten, die Osterrebellen zu befreien und der Stadt, dem Land und dem Erdkreis den Frieden zu bringen!“

Was red ich da eigentlich für einen Stuss?!, fuhr es ihm zeitgleich durch den Kopf. Weihnachtstyrann? Schokoladenhase? Osterrebellen? … Na ja, George W. Bushs Regierungserklärung zur zweiten Amtszeit klang auch nicht sehr viel besser, also was soll’s?

Und so brachen sie auf, ihr von acht Autoren und einem höheren Wesen namens Maddmike beschlossenes Schicksal zu erfüllen…

Autor: Michael M. Thurner

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MADDRAX-Adventskalender 2016 – Türchen 20

Mordpol

Ein MADDRAX-Weihnachtsroman in 24 Teilen

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20. Kapitel

Wie ein geprügelter Lupa schlich Knecht Rupp’rich zurück zum Palast seines Herrn, um sich dort Wein, Weib und Gesang zu ergeben. Und nebenbei jämmerlich zu flennen, weil sich niemand mehr vor ihm fürchtete.

„Nununu“, lallte ein ziemlich volltrunkenes Goldlöckchen, das vor lauter Schielen nicht mehr geradeaus schauen konnte, „sso schli-schlimm wirdsssoch nich sein…“

„O doch, und noch viel schlimmer!“, warf der Grausheilige Guul Mel’cho ein, der gerade ein Fass Honigwein für den Nachschub holen wollte und vor Schreck eine Packung Schlamm verlor, als er Rupp’rich sah. „Du siehst aus wie…“ Er unterbrach sich, als er Balthaasa durch die Tür hereinkommen sah. Der Rev’rend trug keinen Hut mehr, seine Kleidung sah ziemlich ramponiert aus, und er schlotterte nicht nur von der klirrenden Kälte draußen. Auf seiner Wange prangte der Abdruck eines Hufs.

„Wo kommst du denn her?“, fragte Mel’cho. „Santa wird langsam ungeduldig, er hat schon drei Mal nach dir gefragt!“

„If will nift dafüber spfeffen“, lispelte der Rev’rend offenbar zahnlos und humpelte zur Bar, wo er sich erschöpft auf einen Hocker plumpsen ließ und mit blutverschmierter Hand nach einem gefüllten Whiskyglas griff.

Rupp’rich zupfte an Mel’chos Gewand und beschmierte sich prompt mit Schmodder aus fauligen Pflanzenresten. „Was hast du eben gemeint?“, flüsterte er zaghaft. „Was ist mit mir?“

Der Guul griff nach einem Spiegel und hielt ihn Rupp’rich kommentarlos vor die Nase.

Der Knecht stieß einen entsetzten Schrei aus und schlug die Hände vors Gesicht. „Neiiin! Seht mich nicht an! Seht – mich – nicht – an!

Natürlich schaute daraufhin sofort jeder zu ihm hin. Ein Stöhnen ging durch den zuvor von fröhlichem Lärm erfüllten Raum.

Die grausigen Nebenwirkungen des Kinderlachens waren schlimmer als alles, was man sich vorstellen konnte, schlimmer noch als in Pils getunkter Honigkuchen oder Pizza mit Sardellen, Bananen und Rosinen: Rupp’rich war kein grusliger alter Zausel mehr, sondern ein weibisch aussehender, zarter Jüngling mit schulterlangen blonden Haaren, Lipgloss auf dem breiten Mund und Puder auf dem entzückenden kleinen Näschen.

Rupp’richs Jammer kannte keine Grenzen mehr. „So krieg ich doch nirgendwo mehr ’nen Job!“, heulte er hemmungslos drauflos. Seine Stimme war nicht mehr tief und hohl, sondern hoch, mit einem Kick ins Schrille.

„Na, vielleicht doch“, warf ein Nosfera vorlaut ein. „Da soll es ein Königreich geben, weit, weit weg, in dem…“

Er verstummte, als Santa Graus die Szene betrat. Der schwabbelnde Ledersack sah keineswegs mehr prall gefüllt aus, und er wirkte ziemlich ungehalten. „Wo bleibt mein Nachschub?“, brüllte er. Dann sah er seinen Knecht und verschluckte sich.

„Rupp-hupps-rich?“

Der zarte Jüngling blickte auf. Rotz hing ihm aus der Nase, die Augen waren vom Weinen gerötet. „Ja, Meister, ich bin’s…“

Die Zuschauer wichen zurück, als der Kritzmesstyrann auf seinen Knecht zutrat, das Gesicht in seine riesigen Pranken nahm und zu sich hob. „Bei allen Lakritzschnecken, was muss ich da sehen, was ist mit dir geschehen? Wer hat dir das angetan, mein liebster Knecht, meine Nummer Eins, mein Kaliban?“ Er wollte den Geschundenen wohl tröstend streicheln, denn er knetete das Prince-Charming-Gesicht halbwegs zu Brei.

„Also, ich war auf dem Weg zum Karzer, mit den Mastkindern im Schlepptau, und auf einmal kommt da so’n großer Blonder daher, und ’ne langbeinige Schwarzhaarige mit wackelndem Busen, und ein Zwerg, und die versauen mein Lied, und die Kinder haben… sie haben…“, seine Stimme wurde zu einem hohen Kieksen, „sie haben mich ausgelacht…“

Für einen Moment herrschte lähmende Stille im Raum; nur Rupp’richs leises Schluchzen und Schniefen war noch zu hören.

Dann grollte Santa Graus langsam: „Wo sind sie jetzt?“

„Sie haben gesagt, sie wollen auf dich warten, Lamettastraße Ecke Glöckchengasse“, antwortete Rupp’rich. „Sie haben gesagt, du hättest… hättest keinen…“

„Was hätte ich nicht?!“, polterte der Schreckliche.

„Keinen… Mumm“, hauchte Rupp’rich.

„Waaaas?!“ Santa Graus war außer sich und ließ die Faust niederfahren. Der Hänfling von Jüngling verschwand darunter.

„Oh – hoppla.“ Sichtlich pikiert wischte sich Santa Graus die Reste seines ehemaligen Knechtes von der Hand ab. „Entschuldige.“

Dann richtete er sich auf und wuchs noch ein Stück, bis sein Kopf fast an die Decke reichte. „Holt alle Schauerlichen Schergen!“, brüllte er, dass die Wände wackelten und die Fenster gesprengt wurden. „Die Zwetschen­brigade, die Lebkuchenmänner – ich will, dass ihr diese Frevler, diese Grausnachtschänder, diese Blasphemisten findet und mir bringt. Ich will sie gesotten, gebraten, gegrillt, kandiert und flambiert serviert bekommen!“

Autorin: Susan Schwartz

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MADDRAX-Adventskalender 2016 – Türchen 19

Mordpol

Ein MADDRAX-Weihnachtsroman in 24 Teilen

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Der MADDRAX-Adventskalender – Jeden Tag ein weiteres Kapitel!
(c) Bastei Verlag

19. Kapitel

Kinder!

Dutzende mit Goldhaar behangene, verlumpte Kinder stolperten auf der Straße an dem Kellerfenster vorbei. So schien es zumindest im ersten Augenblick – doch erst als Matt den Anführer dieser tristen Prozession sah, begann er zu erahnen, was Aruula so entsetzt hatte.

Denn die jammernde Schar folgte einer mit Kohlenstaub bedeckten Gestalt, die Matt sofort eine weitere Facette der europäischen Weihnachtskultur ins Gedächtnis zurückrief. Und Sepp Nüssli, der in diesem Moment an ihm und Aruula vorbei aus dem Fenster blickte, bestätigte seine Vermutung:

„Der Knecht des Santa Graus! Wer ihn erblickt, der weiß, dass es nicht mehr lange dauert, bis er den Schrecklichen selbst zu Gesicht bekommt. Ja, es gibt keinen Zweifel: Es ist der Schwarze Rupp’rich!“

Ein dichter, verfilzter Bart und Augenbrauen wie Staubwedel wucherten auf dem bösartig verzerrten Gesicht der Gestalt, eine schwarze Mütze saß auf ihrem Kopf.

„Mit seiner Rute teilt er gemeine Schläge aus!“, fuhr Sepp Nüssli fort, „und seht ihr den Sack auf seinem Rücken? Die Kinder folgen ihm, weil sie Angst davor haben, für Stunden und Tage dort hineingesteckt zu werden, wenn sie nicht seine Lieder singen.“

„Wir müssen die armen Würmchen befreien!“, sagte Aruula spontan. „Sie tun mir schrecklich leid!“

Sie hörten die zarten Stimmchen der verängstigten Kinder, die ein trauriges Lied sangen:

Rupp’rich ist ein böser Mann,

den man nicht g’nug fürchten kann!

Traurig, traurig, tralalalala!

Bald ist Rupp’richs Rute da,

bald ist Rupp’richs Rute da.

„Ich hab schon über den Kerl gehört“, sagte Matt, und als Aruula ihn fragend ansah, fügte er hinzu: „In alten Legenden, vor Kristofluu. Der Schlüssel zu seiner Macht ist Angst. Hat man keine Furcht vor ihm und seiner Rute, kann er nichts ausrichten.“

„Klingt aber ganz so an, als ob die Kindlein ’ne ganze Menge Angst vor ihm hätten“, warf Sepp ein. „Hör doch nur mal, was sie singen…“

Matt rieb sich die Nase; erst links, dann rechts, dann schnippte er mit dem Finger. „Das ist es!“, rief er aus. „Schnell, folgt mir! Ich habe einen Plan!“ Er lief los und hinaus und der gespenstischen Prozession hinterher. Ein Blick über die Schulter zurück: Aruula und Sepp folgten ihm auf dem Fuße und mit ratlosen Gesichtern. Tja, als hauptberuflicher Held durfte man seine Pläne eben nicht sofort kundtun; dann war der Überraschungseffekt größer.

Als er das zuletzt laufende Kind erreichte – einen blassen Jungen –, fuhr dieser herum und öffnete den Mund zu einem Schrei.

„Still!“, zischte Matt. „Wir befreien euch aus Rupp’richs Gewalt!“ Und dann flüsterte er dem Jungen etwas ins Ohr.

Dessen Miene hellte sich nach anfänglichem Zweifel sichtlich auf. „Okee!“, flüsterte er begeistert. „Ich sag’s weiter!“

Und so fand die Parole den Weg von einem Kinderohr zum nächsten. Matt wiederum weihte endlich Sepp und Aruula ein.

Als die Nachricht das vorderste Kind erreicht hatte, blieben alle unvermittelt stehen und verstummten.

„Singt weiter!“, herrschte Knecht Rupp’rich sie an.

„Das werden sie nicht!“, rief Matt und eilte an den Kindern vorbei nach vorne. „Nie mehr!“

„Jetzt, Kinder!“, gab Aruula gleichzeitig das Signal. Und ein neuer Gesang ertönte:

Rupp’rich ist so lächerlich,

albern, gar nicht fürchterlich!

Troll dich, troll dich, hahahahaha!

Bald ist Rupp’rich nicht mehr da,

bald ist Rupp’rich nicht mehr da!

Der Bärtige zuckte wie unter Peitschenhieben zusammen. „Ihr… wieso fürchtet ihr mich nicht mehr?“

„Deine Zeit ist vorüber!“, fuhr Matt ihn an. „Deine Macht über die Kinder ist gebrochen!“

Wieder und wieder sangen die Kleinen den Spottvers – und Spott war etwas, das Rupp’rich nicht ertragen konnte. Er wandte sich ruckartig ab und floh.

„Lauf nur!“, rief ihm Matt hinterher. „Lauf zu deinem Herrn und richte ihm aus, dass wir genau hier auf ihn warten. Wenn er mehr Mumm hat als du, soll er sich uns stellen!“

Die Kinder jubelten. Sepp und Aruula allerdings zogen skeptische Mienen. „Na, ob das eine gute Idee war, Santa Graus herauszufordern?“, gab der Gnom zu bedenken.

Matt grinste wissend. „Vertraut mir“, zitierte er Sepp aus Kapitel 14, „ich weiß, was ich tue.“

 

Autor: Christian Montillon

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MADDRAX-Adventskalender 2016 – Türchen 18

Mordpol

Ein MADDRAX-Weihnachtsroman in 24 Teilen

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18. Kapitel

Nachdem Sepp und seine Gefährten das Labyrinth hinter sich gebracht hatten, fanden sie sich in klirrender Kälte und tiefer Nacht an einer einsamen Omnischlittenhaltestelle wieder. Der Erbauer des Tunnels hatte ganz offensichtlich auch den weiteren Fluchtweg perfekt durchdacht.

Sie standen sich bibbernd zwei Stunden lang die Beine in den Bauch, bis endlich ein zweistöckiger Omnischlitten auftauchte, von einem Rudel RenDhark-Tiere gezogen, und fuhren nach Lösen dreier Tickets zu jenem Haus, in dessen Keller der wackere Meisterspion sein Quartier aufgeschlagen hatte. Hätte Matt gewusst, dass es nur zweihundert Meter entfernt lag, er hätte die Strecke auch gern zu Fuß zurückgelegt…

Inzwischen war ein Eilbote dort gewesen und hatte einen fitzelig zusammengefalteten Zettel in einem Überraschungsei in Sepps toten Briefkasten geworfen. Er stammte vom Stellvertretenden Vorsitzenden der East’R’Bunn-Fraktion n.e.V. (Deckname: Jens-Uwe) und teilte mit, nur ihm und seiner Schwiegermutter sei die Flucht aus der Hasengrube gelungen. Die gesamte örtliche Kampfabteilung des Geheimbundes saß in Santa Graus‘ Karzer ein und wurde (vermutlich) für die Silvesterparty gemästet.

Außerdem hatte Jens-Uwe vor seiner Flucht gesehen, dass die übel riechenden Typen vom ZMGD Vorkehrungen getroffen hätten, das schokoladige Heiligtum East’R’Bunns in den Palast zu verbringen. Da er nunmehr krank vor Sorge um seine Kameraden und seinen Gott wäre, würde er sich erst mal die gewerkschaftlich zugesicherten drei Krankfeiertage nehmen, und er bat Sepp, sich doch schnell und kompetent „um die Sache zu kümmern“.

„Im streng geheimen East’R’Nest (Karte anbei) findest du alle nötigen Waffen, die man für ein solches Selbstmordkommando braucht“, endete sein Schreiben, „außerdem das Wartungspersonal, das zwar nicht zum Eierkämpfer ausgebildet ist, dir beim Sturm auf den Palast aber sicherlich zur Hand gehen wird. Bitte, o Meisterspion, rette den Easter Bunny und tritt Santa Graus kräftig in den Anus!“

„Jawoll!“, schrie Sepp und hub gleich an, das Kampflied derer von East’R’Bunn zu singen:

Wacht auf, Verdammte dieser Erde,

die jährlich man zum Kritzbaum zwingt.

Das Ei, gefärbt wie Kraterherde,

mit aller Macht zum Durchbruch drängt.

Räumt nun auf mit dem Bedränger,

danieder mit dem Santa Graus!

Ein Nichts zu sein ertragt nicht länger,

versteckt das Ei nicht – holt es raus!“

Matt Drax fasste sich an den Kopf – wie immer, wenn er länger als eine Minute mit Sepp zusammen war. In was bin ich da nur wieder geraten?, dachte er verzweifelt und raufte sich das Haupthaar.

Er hatte kaum zu Ende gedacht, als die am hohen Kellerfenster stehende und wachsam auf die verschneite nächtliche Straße lugende Aruula aufstöhnte.

„Maddrax!“, zischte sie.

Sepp stellte sein Geheul ein und ließ vor Schreck das stählerne Überraschungsei fallen, in dem ihn Jens-Uwes Botschaft erreicht hatte. Leider traf es seinen dicken Zeh (rechts), sodass er sofort wieder zu heulen anfing. Obwohl er diesmal keine Worte missbrauchte, klang es fast genauso wie das zuvor intonierte Lied.

Matt hechtete derweil auf seine Gefährtin zu, die so bleich wie ein Zuckerbaiser mit weit aufgerissenem Mund durch das Kellerfenster nach draußen deutete.

„Da-da-da-daaa…“

Heiliger Pfefferkuchen, dachte Matt, als seines Auges Blick auf die verschneite Stadtlandschaft fiel. Nicht auch das noch…

Autor: Ronald M. Hahn

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MADDRAX-Adventskalender 2016 – Türchen 17

Mordpol

Ein MADDRAX-Weihnachtsroman in 24 Teilen

Der MADDRAX-Adventskalender - Jeden Tag ein weiteres Kapitel! (c) Bastei Verlag

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17. Kapitel

Unterdessen erreichte die Kritzmess-Party im Palast von Santa Graus ihren orgiastischen Höhepunkt. Keine der Engelstänzerinnen trug noch ein Gewand am Leib, und die Santaratzen und Clausezaans zerrten sie geifernd von den Tischen und begrapschten die kichernden Goldlöckchen. Ein Fass nach dem anderen wurde geleert. Die Band spielte so heiße Rhythmen, dass sich ihre angenähten Bommel allmählich bräunten und sich zarter Mandelduft verbreitete.

Santa Graus ließ sich die Huldigungen der dicken Leckerdirnen gern gefallen. Er stand auf einem Stahltisch und bewegte sich leicht zur Musik, die seinen Schwabbelbauch zum Wallen und Wackeln brachte. Die nackten fetten Weiber tanzten singend um ihn herum und bestreuten ihn mit Kokosmakrönchen, Eischneesternen, aufgeflämmten Haselbällchen und zerbröselten Vanillekipferl. Und sie sangen.

„Santa, Santa, welche Wonne,

bald wiegst du ’ne ganze Tonne,

So fliegst du zum Schornstein raus,

und dann ist der Ofen aus!

Steck die Kinder in den Sack,

aus der Haut mach dir ’nen Frack,

zünd die Häuser an im Nu,

und über allen Wipfeln ist Ruh!“

Mel’cho zog Gaspaa und Balthaasa beiseite. „Wir dürfen nicht mehr zu lange warten, er wird langsam ungeduldig“, raunte der Guul, von dem immer noch Schlamm auf das Parkett klatschte.

„Dass ssstimmt“, nickte die Taratze und kratzte sich heftig. Auf ihrer Brust, wo sie sich das Fell herausgerissen hatte, war ein juckender Ausschlag entstanden. „Errr fängt ssson an, nach Laddyy Marrria zu ssnappen…“

„Kein Wunder, nach der langen Diät“, brummte Rev’rend Balthaasa. „Aber ob die Opfer schon genug zugenommen haben? Nicht dass uns so ein Desaster widerfährt wie damals mit Hänsel und Gretel…“

Als wäre dies ein Stichwort gewesen, kam ein winziger dürrer Elv mit spitzen Ohren, grünem Jäckchen und roten Pluderhosen herbeigerannt. „Jammer, o Jammer!“, jammerte er. „Sie sind geflohen!“ Und er zog sich an seinen spitzen Ohren. Die von seinem spitzen Hut herabhängenden spitzen Zapfen klingelten traurig.

Die drei Grausheiligen fuhren zusammen. Sie begriffen sofort, von wem die Rede war. Bevor ein anderer die Neuigkeit mitbekam, schnappten sie sich den Elv, zogen ihn in eine dunkle Ecke und wisperten erregt auf ihn ein: „Nein! – Wie konnte das geschehen? – Waren sie nicht fett genug? – Wasss habt ihrrr unterrrnommen?“

„Ich… ich schickte ihnen die Zwetschenbrigade hinterher!“, versuchte sich der Elv zu rechtfertigen, der für die interne Sicherheit verantwortlich war, bislang aber nie hatte tätig werden müssen, weil niemand es wagte, in Santa Graus‘ Palast Ärger zu machen. Außer Santa Graus selbst natürlich.

„Uuuhhh!“ Der Guul erschauerte. „Die schauerlichsten aller Schauerlichen Schergen…“

„Aber sie haben versagt!“, jammerte der Elv. „Oh, was soll ich nur tun… wir werden bestimmt alle gefressen…“

„Du dürrer Wicht taugst höchstens als Zahnstocher“, schnarrte der Rev’rend. „Aber noch ist die Hoffnung nicht verloren. Wenn wir uns sputen, können wir sie rechtzeitig einfangen und zurückbringen.“

„Aberrr wie?“

„Wir schicken Ruu’doff, seine Nase ist die beste!“

Mel’cho verlor vor Schreck auf der Stelle allen Schlamm, der Taratze fiel vor Entsetzen das restliche Fell aus, der Elv wurde ohnmächtig und schrumpelte zu einem welken Blatt zusammen.

Ruu’doff! Allein der Name verursachte Plaque und Pickel am Ar… Allerwertesten. Das grässlichste aller Grauslichen Monster, das nur vom Weihnachtstyrannen selbst im Zaum gehalten werden konnte!

„Memmen!“, stieß der Rev’rend verächtlich hervor, zog den Revolver und wirbelte ihn lässig um den Finger. „Dann mach ich es eben allein.“

Er verließ den Palast, trotzte eisern der beißenden Kälte und stapfte durch den Schneesturm in den Stall nebenan, der aus meterdickem Stahl gefertigt, mit dreißig Ketten umwickelt und neunzig Schlössern und Riegeln gesichert war.

Als Balthaasa das erste Schloss öffnete, erbebte die Hütte unter einem heftigen Schlag, und ein schauriger Schrei drang hervor. Doch obwohl sämtliche Nähte seines Hutes aufplatzten, machte der Rev’rend weiter. Er wollte sich schließlich vor den anderen nicht blamieren.

Schließlich schob er den letzten Riegel zurück und öffnete vorsichtig die schaurig quietschende Tür. Drinnen war nur Dunkelheit. Dann sah Balthaasa etwas aufleuchten – ein rotes Licht, das langsam näher kam…

Autorin: Susan Schwartz

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MADDRAX-Adventskalender 2016 – Türchen 16

Mordpol

Ein MADDRAX-Weihnachtsroman in 24 Teilen

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16. Kapitel

Erst hatte es so ausgesehen, als wären die drei Gefährten vom Regen in die Traufe geraten. Doch als die Sektierer bereits bunt angemalte Eier gezückt und zum Wurf ausgeholt hatten, erhob Sepp Nüssli seine Gnomenstimme und machte den Jungs und Mädels klar, dass er selbst der Bruderschaft angehörte und zwei Verbündete mitgebracht hätte. und als er den Gruß der East’R’Bunn zelebrierte – den gestreckten Mittel- und Zeigefinger senkrecht hinter den Kopf gehalten und zweimal geknickt –, schlug die feindselige Stimmung endgültig in Begeisterung um.

Die Verbrüderungsfeier kam trotzdem nicht zustande. Sepp hatte gerade begonnen, seine Verbündeten namentlich vorzustellen, als sich die Ereignisse überschlugen.

Denn ihre Flucht vor der entsetzlichen Fress-Folter (es verging fürderhin kein Weihnachtsfest, an dem Matt nicht eine treffliche Aruula-Imitation zum Besten gab, nachdem er mindestens einen Liter sehr kohlensäurehaltigen Wassers zu sich genommen hatte) war nicht unbemerkt geblieben.

Schwarze knotige Gestalten stürmten die Höhle! Ihr intensives Odeur drehte Matt erneut den Magen um, und nun wusste er auch, dass ihm vorhin in den Tunneln sein Geruchssinn keinen Streich gespielt hatte: Die Eindringlinge bestanden aus getrockneten, mit Draht zusammengefügten Riesenzwetschen!

„Die Geheimpolizei des Santa Graus!“, rief Sepp Nüssli voller Schrecken, denn man hatte ihm von den schauerlichsten aller Schauerlichen Schergen des Weihnachtstyrannen schon erzählt. „Und zu allem Überfluss auch noch bewaffnet!“

Die Waffen nahm Matt erst wahr, als der Erste der schwarzen Zwetschenmänner heran war. Sein unförmiger Leib war gespickt mit überdimensionalen Gewürznelken! Jede einzelne war mindestens zwanzig Zentimeter lang, und die Spitze, die der Zwetschenmann soeben mit einem laut schmatzenden Geräusch aus seinem Leib zog, war genau das: spitz.

Sehr spitz!

Nun schmatzte es überall vor ihnen, und eine breite Front von Nelkenkämpfern rückte auf sie zu. Sie mussten die Flucht der drei Freunde aus der Zelle von Anfang an beobachtet haben und ihnen gefolgt sein; anders war ihr massives Auftreten nicht zu erklären.

Matt beschloss, nie wieder eine Pflaume zu unterschätzen und auch niemanden mehr mit diesem Prädikat zu bedenken.

„Wir sollten von hier verschwinden!“, rief der Sepp seinen Gefährten zu, was sicherlich die schlechteste Idee nicht war. Er rannte los, und Matt und Aruula folgten ihm, ohne lang zu überlegen. Im Laufen griff Matt nach dem Gnom und hob ihn sich auf die Schultern. So würden sie schneller vorankommen.

Schon einige Sekunden später wurden die ersten Nelkendolche wie Geschosse auf sie abgefeuert, doch glücklicherweise traf keines von ihnen. Dafür begann der stechende Zwetschgengeruch, der von den Schergen ausging, Matt langsam aber sicher zu betäuben. Er taumelte.

Sepp bemerkte es und beugte sich zu seinem Ohr hinab. „Es gibt ein Mittel gegen den heimtückischen Kampfgestank!“, schrie er hinein, dass Matt einem Hörsturz nur knapp entging. „Hier!“

Er zog einen kleinen Flakon aus seiner Tasche, öffnete den Korken und zog geräuschvoll die Luft ein. Ein wohliges Stöhnen entrang sich dabei seiner Kehle. Dann hielt er den Flakon Matt nach unten vors Gesicht.

Matt folgte in blindem Vertrauen dem Beispiel des Gnoms.

Im nächsten Moment wünschte er sich, er hätte es nicht getan! Denn was er riechen musste, war beinahe noch schlimmer als in die Hände der Geheimpolizei zu fallen…

„Verfaulte Eier sind die schlagende Geheimwaffe der East’R’Bunn gegen die Betäubungsmittel der schwarzen Zwetschenmänner!“, verkündete Sepp. „Nichts wirkt besser!“

Er hatte Recht. Dieser Geruch vertrieb wirklich jeden anderen…

„Das sind keine normalen Eier“, fuhr Sepp fort. „Die Essenz wird aus den so genannten East’R’Eggs hergestellt, die monatelang reifen müssen! Es erinnert mich an manchen Käse aus der Heimat…“

„Wo führt der Gang eigentlich hin?“, unterbrach Aruula Sepp Nüsslis Ausführungen. Inzwischen führte selbiger immer steiler bergan und wurde glatt, sodass sie Mühe hatten, voranzukommen.

„Ich habe nicht die leiseste Ahnung“, gab Sepp zu. „Nach oben, wie’s ausschaut.“

„Also wieder in die Saukälte“, sagte Matt frustriert.

„Aber, aber, meine Freunde! Positive Gedanken!“, meinte Sepp. „Alles ist besser, als den Zwetschgenmännern in die Hände zu fallen!“

Nun, da war sich Matt nicht ganz so sicher…

Autor: Christian Montillon

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