Wenn der Kontext fehlt – Warum ich keine Perry Rhodan-Erstauflage lese

… und warum Band 2886 „Der Schwarze Sternensturm“ von Michael Marcus Thurner trotzdem großartig ist …

Ich gebe es zu – eigentlich wäre ich gerne Perry Rhodan-Leser. Sehr gerne sogar. Dass ich es nicht bin, liegt vor allem daran, das mir die Zeit fehlt. Bei allem, was ich sonst noch lesen möchte und muss, hat Perry Rhodan mit wöchentlich erscheinenden Romanen einfach keine Chance. Da sammelt sich dann schnell zuviel an, dass ich es  nie wieder aufholen könnte. Trotzdem ist da immer wieder dieser innere Drang: Als Heftromanleser aus Leidenschaft, selbst Heftromanautor für einen der größten Verlage, die das Format noch herausbringen, und als Liebhaber phantastischer Stoffe muss man den Klassiker Rhodan doch eigentlich mal in sein Leben integriert haben, denke ich und sage ich mir immer wieder. Das wird aber nicht klappen. Ich habe es schon ein, zweimal probiert, aber – wie gesagt – die Zeit fehlt und damit auch die Motivation, am Ball zu bleiben.

Ich habe es jetzt zumindest hinbekommen, eine der Mini-Serien, die ich bislang alle gekauft habe – aber eben noch nicht gelesen -, einmal aktuell zu verfolgen. „Terminus“ hat mir in diesem Jahr viel Spaß gemacht, es waren einige richtig tolle Romane dabei, mit anderen konnte ich nicht so viel anfangen, aber das ist bei jeder Serie so und völlig normal. Ich freue mich auch schon auf „Olymp“, die neue Mini-Serie, die ab Januar erscheint und die ich wieder mitverfolgen möchte. Auch die anderen Mini-Serien werde ich versuchen nachzuholen.

Toller Roman – Perry Rhodan Band 2886 – „Der Schwarze Sternensturm“ von Michael Marcus Thurner.
(c) Pabel Moewig-Verlag

Anlass für diesen kurzen Blog-Eintrag ist allerdings, dass ich eher nebenbei jetzt einen Perry Rhodan-Roman aus der Erstauflage gelesen habe, den mir ein Online-Versand als kostenloses Lese-Exemplar zu einer Bestellung beigelegt hatte. Es handelt sich um den Band 2886 – „Der Schwarze Sternensturm“ vom geschätzten Kollegen Michael Marcus Thurner. Das Heft lag bei mir herum, und über einen Zeitraum von mehreren Wochen las ich immer wieder ein Kapitel, bis ich heute damit fertig wurde. Und daran zeigt sich symptomatisch auch, warum ich einfach strukturell nicht in die Erstauflage einsteigen kann. Bei den erzählten Storys sind sicher viele absolut großartig – so auch in diesem Band. Aber ohne den Kontext, den ich für sie brauche, lassen sie mich leider sehr kalt.

Diese Erkenntnis möchte ist fast kommentarlos stehen lassen. Denn „Der Schwarze Sternensturm“ ist eigentlich ein richtig geiler Roman. Da werden schwarze Löcher an Bord eines gigantischen Raumschiffs als Waffen eingesetzt, fast zwei Drittel des Romans bestehen aus einer atemberaubenden Kampfhandlung auf einem 35.000-Mann-Schiff. Das Tempo, die Figuren, die emotionale Tiefe und die Sprache haben mir wunderbar gefallen. Aber – das sind Dinge, die für mich außerhalb des Perry-Kontextes funktioniert haben. Im ersten Drittel des Bandes, das die Story in der Gesamthandlung des Serie positioniert, werden Figuren und Aktionen beschrieben, die mir durch fehlende Kontext-Kenntnis nicht nur Stirnrunzeln beschert, sondern mich auch etwas ermüdet haben. Die regelmäßigen Leser brauchen das natürlich. Als Gelegenheitsleser kann ich damit aber wirklich wenig anfangen. Und da liegt für mich die Crux. Denn – dass ich nicht weiß, wie der Roman im Gesamtkontext der Serie zu werten ist, schmälert für mich nicht unwesentlich den Lesegenuss, auch wenn der Band an sich, wie im vorliegenden Fall, total super ist.

Deswegen bleibe ich gerne bei den Mini-Serien, deren Kontext ich mir meistens schnell erarbeiten kann oder in den Heften selbst treffend erklärt bekomme (Dazu hätte die Erstauflage gar keinen Platz). Die Mini-Serien sind für Menschen wie mich gemacht – die Interesse an Perry Rhodan, aber keine Lust, Zeit oder andere Gründe haben, sich mit der laufenden Serie, die sich Band 3000 nähert, zu befassen. Sorry, alter Weltraum-Knabe! Und danke noch einmal, Michael, für den tollen Roman!

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2 Antworten zu Wenn der Kontext fehlt – Warum ich keine Perry Rhodan-Erstauflage lese

  1. Markus schreibt:

    …und eigentlich ist der Roman nur ein Teil der dreiteiligen Tschubai Kroniken. Diese sind zusätzlich bewusst so angelegt dass sie in sich einen harmonischen Zusammenhang bilden. Der Kontext wider sich dem Einsteiger leider immer erst erschließen wenn er 10 bis 20 Romane gelesen hat. Gut sind natürlich auch die Miniserien und früher Planetenromane um der Faszination zu erliegen. Zeit muss man allerdings haben. Das ist leider leider wahr.

  2. Pingback: Kurzrezensionen zur Mini-Serie „Perry Rhodan – Mission SOL 1“ | "Lesen, Schreiben, Hören, Sehen" // Ein Blog von Sascha Vennemann – Autor, Journalist und Podcaster

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